„Was kostet eine Website?" ist die häufigste Frage und die mit der irreführendsten Antwort. Pauschale Zahlen und Festpreis-Pakete suggerieren Vergleichbarkeit, die es nicht gibt: Eine Website aus einer Vorlage und eine aus der Strategie abgeleitete Seite kosten unterschiedlich viel, weil sie unterschiedlich viel leisten. Wichtiger als die Zahl ist deshalb, woran sich der Preis bemisst.
Dieser Beitrag erklärt die Kostenfrage ehrlich: ohne Pseudo-Festpreis, ohne Paket-Tabelle. Er gehört zum Themenbereich Website erstellen lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine pauschale Zahl führt in die Irre. Der Preis hängt von Umfang, Inhaltstiefe und Strategie-Anteil ab; die Seitenzahl sagt wenig.
- Das billige Paket hat versteckte Kosten: falsche Anfragen, Nacharbeit, früher Relaunch. Die günstige Seite wird oft die teurere.
- Der teure Teil sind Strategie, Inhalt und Struktur, also das, was die richtigen Anfragen bringt. Das Design ist der sichtbarste, aber selten der teuerste Posten.
- Eine Website ist eine Investition, kein Einkauf. Sie bemisst sich an der Wirkung, nicht am Stückpreis.
- Orientierungsspannen 2026: eine einfache Website für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) liegt marktüblich bei rund 3.500–12.000 €, laufend rund 100–500 €/Monat. Das ist die Größenordnung, nicht Ihr Projektpreis.
- Eine belastbare Zahl gehört ins Gespräch, nach Klärung von Ziel und Umfang. Eine pauschale Tabelle ersetzt das nicht.
Warum eine pauschale Zahl in die Irre führt
Eine Website ist kein standardisiertes Produkt mit Listenpreis. Zwei Seiten mit „fünf Unterseiten" können sich im Aufwand um ein Vielfaches unterscheiden: je nachdem, ob die Inhalte aus einer geklärten Strategie entstehen oder aus einer Vorlage befüllt werden, ob Texte geschrieben oder nur eingesetzt werden, ob die Seite für Auffindbarkeit gebaut ist oder nicht. Eine pauschale Zahl mittelt das weg und vergleicht Ungleiches.
Deshalb ist die ehrliche Antwort auf „Was kostet eine Website?" eine Gegenfrage: Was soll sie leisten? Welche Anfragen soll sie bringen? Wie viel Inhalt und Strategie steckt drin? Erst daraus ergibt sich ein verlässlicher Preis, der ins Gespräch gehört, nicht in eine irreführende Tabelle.

Woran sich der Preis wirklich bemisst
Der Preis einer Website hängt an drei Größen, die mit dem Aussehen wenig zu tun haben.
Strategie-Anteil. Eine aus der Positionierung abgeleitete Seite (welche Anfragen, welche Zielgruppe, welche Abgrenzung) kostet mehr als eine Vorlage und bringt dafür die richtigen Anfragen. Die strategische Vorarbeit ist der Werttreiber, nicht das Layout.
Inhaltstiefe. Geschriebene, belegte, zur Suchintention passende Inhalte kosten mehr als Platzhaltertexte. Sie sind aber das, was bei Menschen und KI-Antwortsystemen wirkt.
Umfang und Technik. Anzahl der Funktionsbereiche, Integrationen, technische Anforderungen. Hier liegt der Teil, den Paket-Tabellen abbilden. Er ist aber selten der entscheidende.
Das Design selbst ist der sichtbarste, aber selten der teuerste oder wertvollste Teil. Wer am Strategie- und Inhalts-Anteil spart, spart an genau dem, was die Seite wirksam macht.

Marktübliche Spannen: zur Orientierung, nicht als Preisschild
Damit die Frage nicht ganz ohne Zahl bleibt: Deutsche Webdesign-Quellen nennen für 2026 grobe Orientierungsspannen. Sie ersetzen kein Angebot, zeigen aber die Größenordnung. Wo Ihr Projekt darin landet, entscheiden die drei Faktoren oben.
| Website-Typ | Marktübliche Spanne | Wofür typisch |
|---|---|---|
Einfache „Visitenkarten"-Seite / One-Pager | rund 1.000–3.500 € | kleine Dienstleister, reine Präsenz |
Strategiegeführte KMU-Unternehmenswebsite | rund 3.500–12.000 € | mehrere Seiten, eigenes Design, Anfragen-Ziel |
Website mit Online-Shop | rund 8.000–30.000 € | Verkauf, größere Mittelständler darüber |
Laufende Kosten (alle zusammen) | rund 100–500 € / Monat | Hosting, Domain, Updates, Pflege |
Die Stundensätze dahinter liegen 2026 marktüblich bei rund 50–120 € für Freelancer und rund 80–150 € für Agenturen; im Großraum München oder Frankfurt eher höher, in strukturschwächeren Regionen niedriger. Ein professionelles Projekt von der Konzeption bis zum Launch dauert je nach Umfang rund vier bis sechs Monate. (Stand 2026, Branchenquellen.)
Diese Spannen sind bewusst breit, weil sie genau das mitteln, was den Preis ausmacht: den Strategie- und Inhalts-Anteil. Eine Vorlagen-Seite landet am unteren Rand und bringt oft die falschen Anfragen; eine aus der Positionierung abgeleitete Seite liegt höher und bringt die richtigen. Die Zahl allein sagt also wenig. Erst zusammen mit der Frage „wofür?" wird sie aussagekräftig.
Die versteckten Kosten des billigen Pakets
Das günstigste Angebot ist oft das teuerste, nur verschiebt sich die Rechnung in die Zukunft. Eine Vorlagen-Seite ohne Strategie bringt häufig die falschen Anfragen: Zeit, die in der Qualifizierung und in Absagen verloren geht. Sie veraltet schneller und führt zu einem früheren Relaunch. Und sie ist selten für Auffindbarkeit gebaut, was Reichweite kostet.
Diese Folgekosten tauchen in keiner Paket-Tabelle auf, summieren sich aber. Die ehrliche Betrachtung rechnet deshalb über drei Jahre und zählt zum Erstellungspreis die falschen Anfragen, die Nacharbeit und einen früheren Relaunch hinzu. Unter dieser Sicht ist die strategiegeführte Seite oft die günstigere.
Wer mit dieser Perspektive an die Website-Kosten herangeht, wählt das Angebot mit den wenigsten Folgekosten über drei Jahre. Das ist häufig die strategisch geführte Seite, die im Erstellungspreis höher liegt, aber weniger Nacharbeit nach sich zieht.
Eine belastbare Kostenschätzung setzt daher die Klärung der Strategie voraus: was die Seite leisten soll, wen sie ansprechen muss, welche Anfragen sie bringen soll. Erst aus dieser Klarheit ergibt sich, was die Seite braucht und was nicht.
Barrierefreiheit: ein Kostentreiber, der von der Funktion abhängt
Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es zeigt gut, dass die Kosten an der Funktion der Seite hängen und nicht an ihrer Seitenzahl: Das Gesetz betrifft Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, etwa Online-Shops, Buchungs- und Vertragsfunktionen, also Seiten, über die Verbraucher direkt abschließen. Eine reine Informations- oder Visitenkarten-Seite fällt in der Regel nicht darunter.
Hinzu kommt eine Ausnahme für Kleinstunternehmen: Wer weniger als zehn Beschäftigte hat und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz, ist als Dienstleister vom Gesetz ausgenommen. Die Ausnahme greift allerdings nicht, wenn das Unternehmen Produkte in Umlauf bringt; dann gelten die Pflichten trotzdem. Ob Barrierefreiheit für Sie verpflichtend ist, hängt also von zwei Fragen ab: Schließt der Nutzer auf der Seite direkt ab, und sind Sie Dienstleister oder Produktanbieter?
Praktisch bedeutet das: Wer eine transaktionale Seite baut, sollte Barrierefreiheit von Anfang an einplanen. Eine Branchenquelle veranschlagt dafür grob 10–20 Prozent Mehraufwand in der Entwicklung, wenn sie früh mitgedacht wird; eine nachträgliche Umrüstung ist deutlich teurer. Diese Zahl ist eine Orientierung aus der Praxis und kein amtlicher Satz. Sie zeigt aber das Muster: Frühe Klärung der Funktion senkt die Folgekosten.
Wie Sie ein Angebot lesen, statt nur den Preis zu vergleichen
Wenn zwei Angebote für „dieselbe" Website weit auseinanderliegen, entsteht der Unterschied fast immer an dem, was im Preis steckt, kaum je am Design. Drei Fragen trennen ein belastbares Angebot von einer Lockzahl:
- Was ist der Leistungsumfang? Steht dort, wie viele Seiten, welche Funktionen, wie viel Text, oder bleibt es vage? Vager Umfang ist die häufigste Quelle für Nachforderungen.
- Wer schreibt die Inhalte? „Texte vom Kunden" am unteren Ende verschiebt den teuersten Teil (Inhalt und Struktur) auf Sie. Das ist legitim, muss aber im Vergleich sichtbar sein.
- Was passiert nach dem Launch? Pflege, Updates und kleinere Änderungen gehören in die Gesamtrechnung. Ein günstiger Erstellungspreis ohne geklärte Folgekosten ist selten der günstigere.
Ein Festpreis ist seriös, wenn er sich auf einen klar umrissenen Umfang bezieht. Ohne diese Klärung ist er entweder mit einem Risikoaufschlag überhöht oder eine Einstiegszahl, die über Nachforderungen wächst. Wichtiger als das Etikett „Festpreis" ist deshalb der Leistungsumfang, auf den sich der Preis bezieht.
Beratungsgespräch
Eine belastbare Zahl statt einer Pauschale
Gemeinsam klären wir Ziel und Umfang der Website und nennen eine verlässliche Zahl, mit ehrlichem Blick auf die Gesamtkosten statt auf den Paketpreis. Im Strategiegespräch schauen wir, was Ihre Website leisten soll.
Beratungsgespräch vereinbarenHäufige Fragen zu Website-Kosten
Warum nennen Sie keine konkrete Zahl?
Marktübliche Orientierungsspannen nennen wir oben. Sie zeigen die Größenordnung. Was wir bewusst nicht als Pauschale geben, ist die eine Zahl für Ihr Projekt: Sie ergibt sich erst aus Umfang, Inhalt und Strategie-Anteil und gehört ins Gespräch, nicht in eine irreführende Tabelle, die Ungleiches vergleicht.
Gibt es eine Website zum Festpreis?
Ein Festpreis ist möglich, wenn der Umfang klar definiert ist. Sonst ist er entweder zu hoch (Risikoaufschlag) oder eine Lockzahl mit Nachforderungen. Wichtiger als „Festpreis" ist ein klar umrissener Leistungsumfang, auf den sich der Preis bezieht.
Ist eine teurere Website automatisch besser?
Nein. Teurer ist nicht besser, aber billig ist oft teuer. Entscheidend ist, wofür das Geld fließt: in Strategie und Inhalt (Werttreiber) oder nur in Design (sichtbar, aber selten entscheidend). Der Preis sagt weniger als seine Zusammensetzung.
Was kostet die laufende Pflege?
Neben der Erstellung fallen laufende Kosten an: Hosting, Updates, Inhaltspflege. Diese sind meist überschaubar, gehören aber in die Gesamtrechnung. Eine Seite, die niemand pflegt, verliert über die Zeit an Wirkung.
Lohnt sich die Investition für ein kleines Unternehmen?
Das hängt davon ab, wie wichtig Anfragen über die Website für Ihr Geschäft sind. Wenn Kundinnen Sie online finden und anfragen, ist eine strategiegeführte Seite eine der wirksamsten Investitionen. Wenn das Geschäft rein über Empfehlung läuft, ist der Hebel kleiner.
Muss meine Website barrierefrei sein?
Das hängt davon ab, was die Seite leistet. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit dem 28. Juni 2025 für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, etwa Online-Shops oder Buchungsfunktionen. Eine reine Informationsseite fällt in der Regel nicht darunter. Zudem sind Kleinstunternehmen (unter zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz) als Dienstleister ausgenommen, sofern sie keine Produkte in Umlauf bringen. Im Zweifel klären Sie die Pflicht, bevor sie zum nachträglichen Kostentreiber wird.
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Die Größenordnung kennen Sie jetzt. Was fehlt, ist die Rechnung für Ihren Fall. Sie ergibt sich aus der Klärung von Ziel und Umfang: was Ihre Website leisten soll, welche Anfragen sie bringen soll und welche Funktionen (bis hin zur Frage der Barrierefreiheit) tatsächlich gebraucht werden. Im Quandes-Strategiegespräch gehen wir diese Fragen durch und betrachten dabei die Gesamtkosten über drei Jahre, inklusive Pflege und vermiedener Folgekosten statt allein den Erstellungspreis.


