Dieses Glossar listet die Begriffe, die in den Beiträgen zur Entscheidungslinie immer wieder auftauchen. Jeder Eintrag steht in zwei bis drei Sätzen, mit Verweis auf den Beitrag, der ihn vertieft. Es ist als Navigationshilfe gedacht, nicht als Lexikon. Wer einen Begriff aus dem Überblicksbeitrag oder einem vertiefenden Beitrag nicht einordnen kann, findet hier die kurze Antwort und den Weg zur längeren.
Zwei Hinweise vorab: Einige Begriffe (Eisenhower-Matrix, MoSCoW, Pareto-Prinzip) sind in der Methodik etabliert und werden hier in ihrer üblichen Bedeutung erklärt. Andere (Stop-Regel, Eskalationskante, Linientext) sind Quandes-Wirkbegriffe, sie bedeuten in der Quandes-Lesart etwas Spezifisches, das in der breiten SERP-Landschaft so nicht etabliert ist. Diese sind im Glossar mit dem Hinweis Quandes-Lesart markiert.
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Es macht die wiederkehrenden Begriffe rund um die Entscheidungslinie in zwei bis drei Sätzen pro Eintrag verfügbar, und verlinkt von dort in den vertiefenden Beitrag. Wer eine Antwort in einem Satz sucht, bleibt hier; wer mehr braucht, geht weiter in den vertiefenden Beitrag.
Glossar A–Z
Affen-Pingpong. Bild aus Oncken/Wass „Wer hat den Affen?" (Harvard Business Review 1974): eine delegierte Aufgabe wird über Rückfragen schrittweise wieder bei der Führung abgesetzt. Korrektur in der Quandes-Lesart: Übergabe-Paket mit Rückdelegations-Sperrklausel. Vertiefung in Delegation ohne Kontrollverlust.
Anlass (Linien-Anlass). Quandes-Lesart. Eine wiederkehrende Entscheidung, die mehrfach pro Quartal mit derselben Grundstruktur eskaliert, der Startpunkt, an dem eine Entscheidungslinie geschrieben werden sollte. Faustregel: mehr als drei Vorkommen im letzten Quartal, mehr als zwei Eskalationen. Vertiefung in Entscheidungslinie als Methode.
Auswahlkriterium. Der erste der vier Bausteine einer Entscheidungslinie: Eine prüfbare Regel, wonach im positiven Fall entschieden wird. Adjektive wie „passend" oder „relevant" gehören nicht in ein Auswahlkriterium. Vertiefung in Entscheidungslinie.
Befugnis. Das Recht, ohne Rückfrage zu entscheiden, bis zu einem benannten Schwellwert. Ist nur ein Teil sauberer Delegation, die anderen zwei sind Aufgabe und Linie. Vertiefung in Delegation ohne Kontrollverlust.
Eisenhower-Matrix. Sortier-Werkzeug nach wichtig/dringend, geht zurück auf Dwight D. Eisenhower. In der Quandes-Lesart ein nachgelagertes Sortier-Werkzeug, es sortiert ein bestehendes Aufgabenfeld, ersetzt aber keine Entscheidungslinie. Vertiefung in Entscheidungslinie als Methode.
Eskalationskante. Der dritte Baustein einer Entscheidungslinie: ein benannter Schwellwert plus Eskalations-Adressat, ab dem die Entscheidung zurück an die Führung geht. Ohne Eskalationskante kippen Grenzfälle still nach oben. Vertiefung in Entscheidungslinie.
Entscheidungslinie. Quandes-Lesart. Eine schriftlich geführte Regel für eine wiederkehrende Entscheidung, mit vier Pflicht-Bausteinen (Auswahlkriterium, Stop-Regel, Eskalationskante, Review-Rhythmus). Nicht zu verwechseln mit der pädagogischen „Positionslinie" aus Schul- und Hochschul-Didaktik. Überblicksbeitrag: Entscheidungslinie.
Entscheidungs-Vorlage. Quandes-Lesart. Ein Template mit sechs Pflicht-Feldern (vier Bausteine plus Anlass und Verantwortliche), in das eine konkrete Entscheidungslinie eingetragen wird. Abzugrenzen von der klassischen „Entscheidungsvorlage" für Einzelfall-Vorbereitung. Vertiefung in Entscheidungs-Vorlage Template.
Entscheidungsmatrix. Sortier-Werkzeug, das mehrere Alternativen entlang gewichteter Kriterien vergleicht. Ist eine Methode zur Auswahl zwischen Alternativen, nicht zur Definition einer Klasse, und damit ein anderer Werkzeug-Typ als die Entscheidungslinie.
Entscheidungsnavi. Tool der RWTH Aachen für strukturierte Einzelentscheidungen nach MAUT/Value-Focused-Thinking. Steht neben der Entscheidungslinie, nicht im Wettbewerb. Vertiefung in Entscheidungsnavi-Tool.
- Auswahlkriterium: prüfbare Regel für den positiven Fall
- Stop-Regel: explizite Negation mit Begründung
- Eskalationskante: Schwellwert plus Eskalations-Adressat
- Review-Rhythmus: fester Termin zur Prüfung der Linie
Linientext. Quandes-Lesart. Der ausformulierte Text einer Entscheidungslinie, also die vier Bausteine als zusammenhängender Satz oder kurzer Abschnitt, signiert und mit Stand-Datum. Was im Wiki oder Handbuch steht.
MoSCoW. Priorisierungs-Methode aus dem Projektmanagement: must / should / could / won't. Wie Eisenhower ein nachgelagertes Sortier-Werkzeug. Greift nach der Entscheidungslinie, nicht statt ihrer.
Methodenkatalog. Sammelbezeichnung für die etablierten Sortier-Werkzeuge (Eisenhower, ABC-Analyse, MoSCoW, Pareto, Six Thinking Hats). Methoden ordnen ein bestehendes Aufgabenfeld; eine Entscheidungslinie entscheidet, was hineingehört.
Not-to-do-Liste. Im Coaching-Kontext eine Aufzählung persönlicher Verhaltensweisen, die jemand unterlässt. Quandes-Abgrenzung: Liste ≠ Regel, eine Stop-Regel entscheidet eine Klasse, eine Liste markiert Einzelfälle. Vertiefung in Stop-Regel formulieren.
Pareto-Prinzip. „20 Prozent des Aufwands erzielen 80 Prozent des Ergebnisses." Heuristik für eine erste Sortierung. Ersetzt die Entscheidungslinie nicht.
Priorisierung. Die Entscheidung, was getan und was nicht getan wird. Im Quandes-Verständnis besteht jede Priorisierung aus zwei Bewegungen: Auswahl (was kommt rein) und Streichung (was bleibt draußen). Ohne Streichung ist es Sortierung, keine Priorisierung. Eine verwandte Position formuliert nextlevel.college unter dem Titel „Warum Priorisierung keine Entscheidung ersetzt", Quandes operationalisiert diesen Gedanken über die Stop-Regel-Pflicht der Entscheidungslinie. Vertiefung in Was ist Priorisierung.
Eine Auswahl allein reicht nicht: Priorisierung besteht aus Aufnahme und Streichung. Nur die Stop-Regel der Entscheidungslinie erzwingt, dass Kandidaten auch wirklich draußen bleiben.
Review-Rhythmus. Der vierte Baustein einer Entscheidungslinie: ein wiederkehrender Termin, an dem geprüft wird, ob die Linie noch trägt. Quartalsweise in der Einführungs-Phase, danach halbjährlich. Trigger für Sonder-Review: mehr als zwei Eskalationen pro Monat.
Rückdelegation. Das Zurückreichen einer delegierten Aufgabe an die Führung, oft über Rückfragen. Quandes-Korrektur: Übergabe-Paket mit schriftlicher Sperrklausel. Vertiefung in Delegation ohne Kontrollverlust.
Six Thinking Hats. Methode von Edward de Bono: sechs Perspektiven (Fakten, Gefühle, Kritik, Optimismus, Kreativität, Steuerung) auf eine Entscheidung. In der Quandes-Lesart ein Vor-Linien-Werkzeug, nützlich, um vor dem Schreiben einer Linie alle relevanten Perspektiven zu sammeln. Vertiefung in Creative Thinking.
Stop-Liste. Eine Aufzählung einzelner Punkte, die enden sollen. Abzugrenzen von der Stop-Regel, die eine Klasse entscheidet. Vertiefung in Stop-Regel formulieren.
Stop-Regel. Quandes-Lesart. Der zweite Baustein einer Entscheidungslinie: eine explizite Negation mit Geltungsbereich, Konsequenz und Begründungs-Satz. Ohne Stop-Regel produziert eine Linie eine Auswahl-Liste statt einer Priorisierung. Vertiefung in Stop-Regel formulieren.
Test-Pass an drei Echtfällen. Quandes-Lesart. Pflichtschritt der Linien-Methode: vor Freigabe wird die Linie an drei realen Fällen aus den letzten vier Wochen geprüft, idealerweise von zwei Personen unabhängig. Wer den Test überspringt, dokumentiert eine Notiz statt einer geprüften Linie. Vertiefung in Entscheidungslinie als Methode.
Eisenhower, MoSCoW, Pareto und Six Thinking Hats ordnen ein bestehendes Aufgabenfeld — sie entscheiden nicht, was überhaupt hineingehört. Diese Entscheidung trifft nur eine geschriebene Linie mit Stop-Regel.
Übergabe-Paket. Quandes-Lesart. Das Pflicht-Bündel einer Delegation: Aufgabe + Befugnis + Linie + Review-Termin, schriftlich signiert. Ohne Übergabe-Paket ist Delegation eine mündliche Verabredung. Vertiefung in Delegation ohne Kontrollverlust.
Verantwortliche. Eine namentlich benannte Person, die eine Entscheidungslinie pflegt und beim Review verantwortet. Keine Funktionsbezeichnung, bei Personalwechsel wird der Name aktualisiert. Vertiefung in Entscheidungs-Vorlage.
Wertekatalog. Eine Sammlung von Werte-Aussagen über das Unternehmen („wir arbeiten partnerschaftlich"). Keine Entscheidungslinie, Werte sind Eigenschaften, Linien sind Regeln.
Working Backwards. Methode von Amazon (Bryar/Carr): vom gewünschten Ergebnis zurück zur ersten Aktion planen. In der Quandes-Lesart ein Vor-Linien-Werkzeug für strategische Vorhaben. Vertiefung in Working Backwards Guide.
Übernommene vs. Quandes-Begriffe
Die folgende Tabelle zeigt im Überblick, welche Begriffe Quandes aus etablierten Quellen übernimmt und welche Quandes als Wirkbegriffe schreibt. Beide Sorten gehören in das Cluster, die Markierung dient nur der Orientierung. Die Zeilen bilden keine Paare: Linke und rechte Spalte sind unabhängige Listen gleicher Länge, nicht einander zugeordnete Begriffe.
| Übernommen aus etablierten Quellen | Quandes-Lesart (Wirkbegriffe) |
|---|---|
Eisenhower-Matrix, ABC-Analyse, MoSCoW, Pareto-Prinzip | Entscheidungslinie |
Six Thinking Hats, Working Backwards, Affen-Pingpong | Linien-Anlass, Linientext |
Entscheidungsmatrix, Entscheidungsnavi | Stop-Regel (in der Linien-Bedeutung) |
Not-to-do-Liste, Stop-Liste | Eskalationskante |
Rückdelegation, Befugnis, Verantwortliche | Test-Pass an drei Echtfällen, Übergabe-Paket |
Nächster Schritt
Wenn Sie einen Begriff im Glossar suchen, der hier nicht steht, lohnt eine kurze Rückmeldung. Wenn Sie konkret an einer Linie arbeiten und einen Begriff aus dem Glossar in Ihrem eigenen Kontext einordnen wollen, lässt sich das in einem Erstgespräch klären.
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